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Klänge entspannen Körper und Seele

Stimmgabeltherapie speziell für Senioren findet im Seniorenzentrum Gustav-Werner-Stift Ravensburg erstaunliche Resonanz

RAVENSBURG - "Hilft und tut mir einfach gut", urteilt die 88-jährige Oliva Abt aus Ravensburg über die Stimmgabeltherapie nach John Beaulieu, welche die Logotherapeutin und Musikerzieherin Verena Tschira im Seniorenzentrum Gustav-Werner-Stiftung in Ravensburg leitet. Das Projekt ist bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, aber auch bei den Verantwortlichen des Hauses so gut angekommen, dass mittlerweile ein immer größer werdender Kreis von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unter Anleitung von Verena Tschira den Umgang mit den medizinischen Stimmgabeln in speziellen Fortbildungskursen erlent. Die Logotherapeutin betreibt eine eigene Praxis in Weingarten und leitet Interessierte an, wie sie bei sich und anderen die therapeutischen Stimmgabeln so ansetzen können, dass die Schwingungen Muskelverkrampfungen lösen, die durch Faszienverklebungen hervorgerufen werden. Verena Tschira hat diese Behandlungsmethode auf die speziellen Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt und erziehlt mit ihrem Projekt in diesem Ravensburger Seniorenzentrum erstaunliche Erfolge. Sie nennt diese Methode seniorentschiring. Die anfängliche Skepsis des Leitungsteams ist im Verlauf einer achtwöchigen Probephase schnell verflogen. So berichtet Stefan Stein von der Wohn- und Pflegegruppenleitung: " Nach mehreren Gesprächen mit Frau Tschira und Erfahrungen am eigenen Körper habe ich drei Bewohner auf meiner Station bei den Therapien immer wieder begleitet. Zunächst durfte ich feststellen, wie enthusiastisch sich unsere Bewohner freuen, wenn die Assistentinnen, die Frau Tschira ausgebildet hat, ins Zimmer kamen und loslegen wollten."  Durch die Behandlung sei nicht nur der Bewegungsapparat der Bewohner deutlich lockerer geworden. Auch ihre Stimmungslage habe sich enorm aufgehellt: " Ich werde nie das strahlende Gesicht vergessen, als eine halbseitig gelähmte Bewohnerin dank der Schallwellen wieder etwas in ihrer betroffenen Seite gespürt hat und darüber vor Freude weinte ". Von ähnlichen Erfolgen berichtet Sabine Beck bei ihrer Mutter, die nach mehreren Schlaganfällen in ihren Bewegungen stark eingeschränkt ist und unter einer Spastik leidet. Außerdem hat sie starke Rückenschmerzen: " Ich freue mich, dass meine Mutter nach der Behandlung weniger Schmerzen zu haben scheint. Sie wirkt offener und ihr Gesichtsausdruck ist ganz entspannt. Sie nimmt ihren Körper wieder bewusster wahr und kann Schmerzen besser lokalisieren. " Da die Familie und auch eine zusätzliche Betreuerin in den Umgang mit den Stimmgabeln eingewiesen sind, könne ihre Mutter damit in kurzen Zeitabständen behandelt werden. Als berührend schildert Stefanie Breitinger, Sozialdienst des Seniorenzentrums, die Reaktionen der an Demenz erkrankten Bewohner: " Durch die für sie auch innerlich wahrnehmbaren Töne, die sanft in ihrem Körper schwingen, kommen diese Menschen nicht nur in Kontakt zu den sie behandelnden Ehrenamtlichen, sondern spüren gleichzeitig in neuer und für sie überraschend ungewöhnlichen Art und Weise ihren eigenen Körper wieder."  Noch mitten im Leben steht hingegen die eingangs erwähnte 88-jährige Oliva Abt. Sie wohnt auf dem Bauernhof ihres Sohnes und lässt sich von Verena Tschira regelmäßig behandeln. Mittlerweile hat sie selbst eine Stimmgabel gekauft und hat sich im Umgang damit unterweisen lassen. Und ihre Tochter gehört jetzt auch zu den Ehrenamtlichen, die als Stimmgabelassistentinnen im Seniorenstift mitarbeiten.

Anton Wassermann, ehemaliger Redakteur der Schwäbischen Zeitung